Werbung & Konsum in den Medien: Das Glücksspiel

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Was die Werbung mit der Psyche anstellt haben wir bis heute noch nicht gänzlich erfasst. Obwohl diese Frage im Fokus aller soziologischen Studien steht, können wir uns nicht immer gänzlich auf empirische Beobachtungen stützen. Manchmal ist es auch sinnvoll und praktisch, Theorien aufgrund von anekdotischen Situationen zu bilden, die dann gegebenenfalls falsifiziert werden können. Der Stichpunkt liegt hierbei nämlich in der zu untersuchenden Kultur und in der Fragestellung.

So können einige dieser Beobachtungen vor allem zum Glücksspiel in den letzten Jahren gemacht werden, die durchaus auch Aussagekraft haben. Die mediale Anwesenheit Glücksspielen wie Roulette ist unumstritten: im Fernsehen, im Internet, im Radio. Obwohl das Glücksspiel tatsächlich in Deutschland auf das staatliche Monopol beschränkt ist, scheinen die Nutzer und Spieler davon gar kein Wissen zu haben. Im Gegenteil: durch TV-Sendungen wie die TV Total PokerStars Nacht, bei der auch prominente deutsche Bürger teilnehmen, wird automatisch das Interesse für das Spiel geweckt.

Auf Seiten wie Gamblingplanet.org/de findet man dann eine Übersicht der angebotenen Portale, die man selbstverständlich – und wieder trotz des illegalen Spiels in Deutschland – nutzen kann, um verschiedenen Glücksspielen nachzugehen. Die Vorbildfunktion aus dem TV sorgt dafür, dass sowohl die Endverbraucher als auch andere Marketingabteilungen sich mit dem Thema auseinandersetzen, bis es wie ein Trend wirkt. Trotz offiziellem Werbeverbot entsteht so ein gewisser Hype um ausländische Spiele wie Keno, der unter Umständen “leer” ist.

Leer bedeutet an dieser Stelle: wer ständig medial von einem Thema umgeben ist, fühlt sich schnell in der Minderheit, wenn er feststellt, dass er nicht bei diesem Trend mitmacht. So nährt sich ein Trend zu Beginn seiner Inkubation und wird letztendlich zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Das kann bei anderen Themen (Spenden, Karriere, “Bio-Konsum”) zu einem positiven Konsum beitragen, doch gerade im Falle des Spiels sollte man Vorsicht walten lassen: die Spielsucht ist keine Erkältung, die man sich einfangen kann, und unterstützt wird auch das Casino ohne Anmeldung etwa von einer Millionenindustrie die sich trotz Verbot mit einer starken Lobby durchsetzen kann.

Dieses mediale Brainwashing (also die “werbungslose Werbung”) muss unbedingt auch in der Politik mit genug Beachtung gewürdigt werden, da sonst vor allem die Kultur eines Volkes unter der Finesse der Wirtschaft zu leiden hat.

Kategorien : Informatives
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